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GTA-Publisher klagt gegen Plakat-Zensur

Amerikanische Verkehrsbetriebe hängen Werbeplakate für das Skandalspiel GTA IV frühzeitig ab und werden dafür vom GTA-Publisher verklagt, Hacker harpunieren US-Bosse und Leipziger Psychologen stellen einen Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und E-Mail-Adresse her. Das und mehr im Überblick. www.geld-geschenkt.de

GTA-Publisher klagt gegen Plakat-Zensur

Zehn Stockwerke hohe GTA-Werbung in Los Angeles: In Chicago ließ die Stadtverwaltung alle Werbung verschwinden
AP

Zehn Stockwerke hohe GTA-Werbung in Los Angeles: In Chicago ließ die Stadtverwaltung alle Werbung verschwinden
Der Publisher des kontroversen Videospiels "Grand Theft Auto 4" (GTA IV) erstattete vor dem Bundesgericht in Manhattan Anzeige gegen den Nahverkehrsbetreiber in Chicago. Der Vorwurf: Die Chicago Transit Authority soll Werbeplakate für das Videospiel nur wenige Tage, nachdem sie aufgehängt wurden, ohne Erklärung wieder abgehängt haben. GTA-Publisher Take-Two meint, das verstoße gegen das Recht auf Redefreiheit und die vertraglichen Vereinbarungen.

Die rund 194.000 Euro teure Werbeaktion sollte eigentlich von April bis Juni für sechs Wochen laufen. Die Verkehrsbetriebe nahmen die Plakate ab, nachdem in einem Bericht bei einem Fox-News-Ableger die Plakataktion kritisiert wurde: Warum dürfe Werbung für ein Gewaltspiel aufgehängt werden, wo doch Chicago gerade erst von einer Welle der Gewalt überspült wurde?

Mit der Klage will Take-Two nun die Chicago Transit Authority zu einer Wiederaufnahme der Werbeaktion und zum Schadensersatz über mindestens 194.000 Dollar zwingen. Rockstar, die Marke des Publishers Take-Two, unter deren Namen GTA erscheint (mehr...), hält die Kontroverse um das Spiel für überzogen.

Hacker harpunieren US-Bosse

Speer-Phishing, also zielgerichtete Hackangriffe gegen Personen im Netz, gilt als großes Problem von sozialen Netzwerken: Mit den persönlichen Informationen, die man im Netz preisgibt, können Hacker durch individualisierte Mails und Webseiten trickreich Fallen stricken.

Tausende US-Firmenbosse wurden laut einem Bericht von AFP nun Opfer solcher Speer-Phishing-Angriffe. US-Gerichtsbeamte warnen vor E-Mails mit aufwendig gefälschten Vorladungen, die im Namen der Bundesgerichte verschickt werden. Wer den Link in der Mail anklicke, lade sich Schad-Code auf den Rechner und öffnet damit Hackern Tür und Tor, an wertvolle Firmengeheimnisse zu gelangen. Die Erfolgsrate des aktuellen Angriffs sei "unglaublich hoch" gewesen, sagte ein Sicherheitsexperte der AFP.

Microsoft bringt Fernsehen auf Zune

Microsoft versucht weiter, zu Apple aufzuschließen und bietet nun neben Musikvideos auch TV-Serien auf dem Zune Marketplace an, dem MS-Pendant zu Apples iTunes. Via Software-Update wird jeder Zune-Player und die dazugehörige Software für die Serien-Downloads bereit gemacht. Ab heute will Microsoft dann TV-Shows wie "South Park" oder "Battlestar Galactica" für 1,99 Dollar pro Episode anbieten. Und auch eine kleine Erfolgsgeschichte hat Redmond vorzuweisen: Der iTunes-Verweigerer NBC bringt Hits wie "The Office" und "Heroes" für den Zune.

Der Zune, das muss man vielleicht erklären, ist der bislang ziemlich gescheiterte Versuch von Microsoft, den iPod-Erfolg zu kopieren. Zwar bietet der Medienplayer einige Funktionen, die man bei iPod und Co stark vermisst – zum Beispiel die drahtlose Synchronisation mit einem Rechner – doch viele Designfehler und Schludrigkeiten vermasselten das Vorhaben, an iPods Thron zu sägen.

Der Zune ist mit angeblich etwas mehr als zwei Millionen verkauften Geräten ein Flop. Apple verkaufte allein im ersten Quartal 2008 10,6 Millionen iPods. Ob Microsoft mit dem TV-Angebot nun Boden gutmachen kann? Zumindest bei "South Park"-Fans dürfte das Angebot auf taube Ohren stoßen. Die Cartoon-Macher bieten all ihre Folgen bereits selbst im Netz an – völlig kostenlos.

Forscher: E-Mail-Adresse spiegelt Persönlichkeit wider

Psychologen der Universität Leipzig untersuchten anhand einer Studie den Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und E-Mail-Adresse. Laut "Leipziger Volkszeitung" konnten sie zeigen, dass die Wahl der E-Mail-Adresse nicht nur den Eindruck beeinflusst, den wir bei anderen hinterlassen, sondern dass dieser Eindruck auch ein Körnchen Wahrheit beinhaltet. Personen mit einer .de-Adresse werden als gewissenhafter eingeschätzt als Personen mit einer .com-Adresse. Benutzer einer kreativen, phantasievollen, witzigen E-Mail-Adresse als extrovertierter und offener. Niedliche Namen hinterließen einen "eher verträglichen, gutmütigen Eindruck" und angeberische, anzügliche Adressen deuteten auf eine narzisstische Person hin.

So weit, so vorhersehbar. Interessanter ist da schon, dass diese Zuschreibungen auch mit den tatsächlich gemessenen Persönlichkeitseigenschaften der Adressbenutzer übereinstimmten.

Dr. Mitja Back: "Wir hinterlassen durch unsere persönlichkeitsbedingten Verhaltenweisen und Vorlieben Spuren in den natürlichen und virtuellen Umwelten, in denen wir uns bewegen." Kurz: Im Netz weiß also doch jemand, dass man ein Hund ist.

China will seine Wunschgrenzen in virtuellen Atlanten durchsetzen

China untersucht Online-Kartendienste wie Google Maps und vergleichbare Produkte im Bestreben, "Staatsgeheimnisse und die territoriale Integrität" zu wahren, so eine Meldung in der chinesischen Staatspresse. Die AFP übersetzt die Aussagen eines Beamten im Amt für Vermessung und Kartographie gegenüber der chinesischen Volkszeitung Renmin Ribao: China versuche Online-Karten, die Chinas Grenzen nach Meinung der Machthaber falsch darstellen oder Militärgeheimnisse enthüllen, aus dem Netz zu tilgen.

Schon seit April untersuche die Regierung die "problematischen Karten" und wird das noch bis Ende des Jahres verfolgen. Pekings Problemzonen: Unter anderem Taiwan, die Spratly- und Paracel-Inseln im Südchinesischen und die Diaoyu-Inseln im Ostchinesischen Meer. Und es gebe reichlich Kartendienste, nämlich knapp 10.000, die in Verkennung der wahren Verhältnisse falsche, also illegale Angaben machten …

Republikaner-Boss aus San Diego ein Softwarepirat?

Der Vorstandsvorsitzende der republikanischen Partei in San Diego ist eine Piratenlegende. Das Online-Magazin "The Raw Story" enthüllte die zwielichtige Vergangenheit des Tony Krvaric. Dort hieß es, Krvaric habe Ende der achtziger Jahre unter dem Pseudonym "Strider" die Cracker– und Demo-Gruppe Fairlight mitbegründet. Fairlight knackte den Kopierschutz von Computerspielen und verbreitete diese dann weiter, ist aber auch nach wie vor in der Demo-Szene aktiv, in der sie Computerkunst entwickelt – zum Beispiel im Rahmen der Intel-Demo Competition.

Der Angegriffene selbst reagiert angeblich nicht auf Presseanfragen, redet sein Cracker-Engagement aber in einer Mail an seine Parteikollegen herunter: Jugendsünden.

Für Krvaric könnte die Karriere auf dem Spiel stehen: Er soll Schatzmeister der kalifornischen Republikaner werden. The Raw Story stichelt: Ein Pirat wacht über einen Schatz?